Einen Kredit zu nehmen ist nicht wirklich einfach, selbst wenn es heute sehr viel einfacher ist als vor einigen Jahrzehnten. Der Kredit ist eine Belastung für den Kreditnehmer und ein Risiko für den Kreditgeber. Dennoch gibt es für beide Vorteile. Ein sehr wichtiges Konzept bei einem Kredit ist die Bonität. Diese wird auch Kreditwürdigkeit genannt. Die Bonität ist eine Eigenschaft des Kreditnehmers, und wird mehr oder weniger subjektiv von dem Kreditgeber oder einer anderen Person eingeschätzt. Wenn entschieden wird, dass die Bonität gut ist, erhält der Kreditnehmer den Kredit, wenn nicht, dann wird der Kredit abgelehnt.
Immer mehr wird die Bonität direkt von dem Kreditgeber ermittelt. Selbst wenn nicht auf die Abwertungen anderer Rating Agenturen, wie der Schufa, verzichtet wird, nimmt man immer mehr die eigene Abwertung in Kauf. Diese wird anhand Statistischer Modelle gemacht und man berücksichtigt zum Beispiel den Wohnort, die Branche und andere Faktoren in der Ermittlung der Bonität. Ein wichtiges Kriterium ist die Ausfallwahrscheinlichkeit. Diese bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer zahlungsunfähig wird und wird anhand Statistiken berechnet. Selbst wenn manche diese statistischen Abschätzungen für unfair halten, ist es die einzige Möglichkeit für den Kreditgeber sein Risiko einzuschätzen und so im Geschäft zu bleiben.
Die Einschätzung der Bonität von Privatpersonen ist schwerer zu beurteilen als die von einem Unternehmen. Hier zählen auch Qualifikationen und das vergangene Verhalten. Deshalb wird der Schufa Score abgefragt, weil dieser einen Eindruck über die Vergangenheit des Kreditnehmers gibt. Es wird gerechnet, dass wenn eine Person in seiner Vergangenheit diverse Schwierigkeiten hatte, in der Zukunft möglicherweise auch noch Schwierigkeiten haben könnte. Somit ist das Risiko in diesen Fällen höher.
Die Bonität zählt auch bei Schufafreien Krediten, selbst wenn es nicht so scheint. Doch bei dieser Art von Kredit, wird die Bonität einfacher berechnet, denn diese Kredite werden nur über geringe Summen bezahlt. Aber die Bonität wird anhand Kriterien wie Gehalt, Länge des Arbeitsvertrages oder auch Erfahrung gerechnet. Wer aber einen Kredit über mehr als 5.000 Euro haben will, braucht einen guten Schufa Score und sollte schon Jahre vor dem Kredit versuchen einen positiven Schufa Score zu haben.
Bei einem Unternehmen kann man die Bonität anhand der Kapitaldienstfähigkeit feststellen. Es wird also berechnet wie viel das Unternehmen verdient, wie viel ausgegeben wird, und was mit dem Kredit passiert, denn meistens wird dieser dazu benutzt um den Umsatz zu erhöhen.
Die Bonität ist aber trotz der vielen Kriterien und trotz der Schufa Auskunft eine subjektive Sache, und jede Bank sieht es anders. Oft werden Zinsen für einen Kredit unter anderem von der Bonität abhängig gemacht. Wenn die Bonität nicht so gut ist, wird auch mehr Zins gezahlt, damit dies das Risiko ausgleicht. Wenn sie bei einer Bank keinen Kredit bekommen, versuchen sie es bei einer anderen. Banken berechnen nicht nur die Bonität anders, sondern sie haben auch andere Risikoschwellen bei denen sie bereit sind einen Kredit auszuzahlen also sollten sie das ausnützen wenn sie einen Kredit suchen.