Der Fremdwährungskredit wird in Deutschland erst seit den ´90 Jahren von Privatpersonen genommen. Früher war der Fremdwährungskredit eine Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen die im Export oder Import tätig waren und die größere Summen in anderen Währungen brauchten. Der Vorteil aber auch der Nachteil des Fremdwährungskredits ist, dass sich praktisch die Rate verändert je nach dem wie der Währungskurs für die Währung des Kredits schwankt.
Dies kann bedeuten, dass die Raten kleiner werden, oder dass sie größer werden. Der Zins wird auf Grund des Libors berechnet. Libor kommt von London Interbank Offered Rate und ist der tägliche Reffernzzinssatz für Interbanken Geschäfte. Dieser wird täglich um 11:00 Londoner Zeit festgelegt und danach richten sich die Banken Geschäfte in der ganzen Welt. In dem Falle eines Fremdwährungskredits ist der Libor der Wert der Währung bei dem sich die Bank refinanziert. Anhand dieses Betrages wird der Zinssatz für den Fremdwährungskredit berechnet.
Der Vorteil des Fremdwährungskredits ist, dass die Zinsen möglicherweise kleiner sind in der Währung des Kredits. Dazu kommt noch dass der Kredit billiger werden kann, wenn sich der Währungskurs ändert. Der Fremdwährungskredit macht auch Sinn wenn man die Kreditsumme in der Fremdwährung braucht, also wenn man etwas in einem anderen Land bezahlen muss. Trotzdem ist der Fremdwährungskredit ein Risikogeschäft. Denn der Kurs kann sich auch in die andere Richtung ändern und dies macht den Kredit viel teurer. Unter Umständen braucht man ein neues Konto um den Kredit zu erhalten, und so fallen weitere Kosten an. Wenn der Zins bei dem Fremdwährungskredit kein fester Zins ist, kann sich der Zinssatz ändern und größer werden, was dazu führt, dass der Kredit teurer wird.
Das Risiko der Fremdwährungskredite ist groß. In dieser Zeit verändern sich zum Beispiel die Währungskurse stark und je nach der Währung in der man den Kredit genommen hat, kann man viel verlieren oder viel gewinnen. Allerdings geht ein Kredit über mehrere Jahre, meistens wenigstens drei Jahre, so dass man nicht abschätzen kann wie sich der Währungsmarkt entwickelt. Somit kann man sein eigenes Risiko nicht einschätzen. Deshalb werden Fremdwährungskredite meistens nur dann genommen wenn die Summe des Kredits in der bestimmten Währung gebraucht wird.
Manchmal werden Fremdwährungskredite durch ein Hedgegeschäft abgesichert, bzw. das Risiko wird verkleinert. Dies wird aber meist nur von Unternehmen gemacht, weil ein Hedgegeschäft meistens über sehr große Summen geschlossen wird. Bei einem Hedgegeschäft wird in Futures oder in Optionen investiert, so dass die Kursänderungen praktisch ausgeglichen werden. Ein perfekter Ausgleich ist aber in der Praxis unmöglich und deshalb kommt es darauf an wo und wie gehedged wird. Allerdings entstehen über das Hedgeing auch weitere kosten, so dass die Rendite für das Finanzgeschäft sinkt. In dem Falle eines Fremdwährungskredits würde dies ein höherer Zinssatz für den Kreditnehmer bedeuten. Dafür ist das Risiko aber kleiner. Wenn der Kreditnehmer zum Beispiel ein Unternehmen ist dass einen guten Vertrag abschließt, dann ist hier ein kleines Risiko wichtiger als ein kleiner Zinssatz.